Montag, 18. Juni 2012

In deiner Gegenwart habe ich immer ein schlechtes Gewissen

Hallo zusammen,
immer einmal wieder begegne ich Menschen, deren Hilfsbereitschaft mich sprachlos macht. Ohne dass ich überhaupt ein Wort verlieren würde, was mir gut tun würde und ich brauchen könnte, werde ich mich guten Worten und Taten überhäuft. Sind Sie auch schon solchen Menschen begegnet?

Nun, ich reagiere dann leicht mit einem schlechten Gewissen bzw. Schuldgefühlen. Schnell kommt mir die Frage in den Sinn, ob ich dies überhaupt verdient habe. Dann überlege ich mir vielleicht auch noch, wie ich es wieder gutmachen und ausgleichen kann.

Es kann aber auch sein, dass ich ganz anders reagiere. Überhäuft mich ein anderer Mensch immer wieder ungefragt mit seinen Ratschlägen, Hilfsangeboten und Geschenken, fühle ich mich bedrängt und unfrei. Mir kommt der Gedanke in den Sinn, dass der andere mich in irgendeiner Form manipulieren und mich für seine Zwecke missbrauchen will. Lehne ich seine Hilfe ab, fühle ich mich schuldig, weil er sich dadurch enttäuscht und gekränkt fühlt. Deshalb werde ich ärgerlich, dass er mich überhaupt in eine solche Lage bringt, und ziehe mich möglicherweise sogar von ihm zurück.

Wut oder Rückzug sind natürlich genau die Reaktionen, die mein Gegenüber nicht haben möchte. Deshalb ist es gut, wenn ich bei seinem Hilfsangebot ruhig und sachlich mit ihm sprechen und ihm sagen kann, dass er es gut meint, aber ich selbst alleine mit der Situation klarkommen möchte.

Dabei muss ich mir immer wieder in Erinnerung rufen:
- Wenn ein anderer mir seine Hilfe anbietet, ist das seine freie Entscheidung.
- Ich habe das Recht, seine Hilfe abzulehnen. Ich kann ihm dies mit liebevollen Worten oder auch bestimmt signalisieren. Wenn er sich gekränkt fühlt, dann deshalb, weil er eine bestimmte Erwartung an mich hat. Ich bin deshalb kein schlechter Mensch.
- Es ist wichtig, darauf zu achten, dass in einer Beziehung ein Gleichgewicht zwischen Geben und Nehmen besteht. Deshalb versteht es sich von selbst, dass ich mich, wenn ein anderer mir etwas Gutes tut, bei ihm bedanke und auch überlege, wie ich mich in irgendeiner Form revanchieren kann.

Ich wünsche Ihnen, dass es Ihnen gelingt, ein Nein in angemessener Weise zu formulieren.

Ihre Miss Psycho

Dienstag, 12. Juni 2012

Nur wenn ich mich für andere einsetze, werde ich geliebt.

Hallo zusammen,
gehören Sie auch zu den Menschen, die einen starken Sensor dafür haben, wie es anderen Menschen geht? Fragen Sie sich immer als erstes: Was braucht mein Gegenüber, damit es ihm gut geht? Wie kann ich ihm helfen?

Dann sind Sie möglicherweise heiß begehrt in Ihrem Freundeskreis, wenn es darum geht, zuzuhören und anstehende Probleme zu lösen. Ihre Hilfsbereitschaft ist eine positive Eigenschaft, die in unserer eher auf Selbstverwirklichung (auch auf Kosten anderer) ausgerichteten Welt einen wichtigen Gegenpol darstellt.

Andererseits verbirgt sich hinter der Hilfsbereitschaft vieler Menschen noch ein ganz anderes Motiv: nämlich die Angst, überflüssig zu sein und nicht gebraucht bzw. geliebt zu werden.
Diese Menschen bieten anderen Menschen permanent ihren Service an, um ihre Ängste zu beruhigen und ihr Selbstwertgefühl zu stärken. Sie halten Beziehungen aufrecht, die ihnen körperlich und seelisch schaden.
Wenn andere sie brauchen, dann bedeutet dies für sie quasi, dass sie Existenzberechtigung haben. Sie fühlen sich geliebt, wenn sie gebraucht werden. Dies kann dann dazu führen, dass sie über das Ziel hinausschießen und anderen ihre Hilfe sogar aufdrängen. Welche Auswirkungen dies auf andere haben kann, damit wollen wir uns im nächsten Blogthema befassen.

Mehr über die Angst, nicht gebraucht zu werden, woher sie kommt und wie man sie überwinden kann, können Sie in meinem gleichnamigen Artikel nachlesen.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie frei entscheiden können, wann Sie andere unterstützen und wann Sie auch mal an sich denken.

Ihre Miss Psycho

Montag, 4. Juni 2012

Endlich Urlaub!

Hallo zusammen,
Früher haben wir gerufen „Hurra, die Schule ist aus“ und haben, wenn unsere Eltern nicht hinterher waren, die Schulsachen erst zu Schulbeginn nach 6 Wochen wieder angeschaut.
Heute, als Erwachsene gehen wir vielleicht mit ähnlichen Gefühlen in unseren Urlaub. Doch, zumindest wenn wir nicht zu den Rentnern gehören, stehen die Chancen gut, dass einiges für uns ganz anders ist. Während unsere Lehrer grundsätzlich Ausflüge und „leicht bekömmliche Kost“ auf die letzten Tage vor den Sommerferien gelegt haben, rödeln wir heute bis zuletzt an unserem Schreibtisch und erledigen noch die letzten Terminarbeiten. Abends fallen wir nach dem Abarbeiten der Alltagspflichten und Urlaubseinkäufe erschöpft ins Bett. Muße, um uns so richtig in Urlaubsstimmung zu bringen, haben wir nicht.

Um keine Zeit zu verlieren, starten wir dann womöglich gleich am ersten Urlaubstag in den lang ersehnten und bitternötigen Urlaub. Haben wir uns einen weit entfernten Urlaubsort ausgewählt, müssen wir noch eine erschöpfende Anreise und vielleicht auch noch eine Umstellung auf ein anderes Klima, eine andersartige Kultur und gewöhnungsbedürftige Ernährung hinter uns bringen. Zusätzlich werden wir damit konfrontiert, plötzlich den ganzen Tag mit unserem Partner und den Kindern zusammen zu sein – was dann auch leicht zu Streitigkeiten führen kann.

In Zeiten von Notebook und Handy haben wir vielleicht Rufbereitschaft oder müssen uns im Urlaub mit betrieblichen Belangen auf dem Computer beschäftigen.
Um den Urlaub so richtig auszunutzen, fahren wir erst am letzten Urlaubstag wieder zurück nach Hause und stehen vielleicht noch stundenlang im Rückreisestau.
Am ersten Arbeitstag werden wir dann von Hunderten unerledigter mails auf unserem Computer überrascht und von einem Stapel an Aufgaben, die unsere Vertretung für uns freundlicherweise liegen gelassen hat. Schnell fragen wir uns dann vielleicht, wo unsere Erholung überhaupt war oder geblieben ist.

Mittlerweile ist es Ihnen wahrscheinlich überdeutlich, worauf ich hinaus will:
Wenn Sie Ihren Urlaub so planen und erleben, dann ist er für Sie keine Erholung.

Mehr darüber, wie Sie Ihren Urlaub möglichst gut zum Regenerieren nutzen können, finden Sie in meinem Artikel Im Urlaub Entspannung finden

Ich wünsche Ihnen für Ihren nächsten Urlaub eine gute Erholung und dass Sie möglichst viel davon in den Alltag rüberretten können.

Ihre Miss Psycho

Montag, 14. Mai 2012

Bewusster leben lernen

Hallo zusammen,

haben Sie auch schon mal erlebt, dass Sie so vertieft in eine Beschäftigung waren, dass Sie andere Personen, Zeit und Raum dabei vollkommen vergessen haben und ganz in der Aufgabe aufgegangen sind?

Dann haben sie einen wunderbar harmonischen Zustand erlebt, in dem alles wie von selbst läuft. Man spricht dann auch von einem Flow.

Das Gegenteil davon ist, wenn Sie einer Aufgabe nachgehen und daneben z.B. über andere Themen grübeln. Dann sind Sie in keinster Weise eins mit Ihrer Beschäftigung. Sie läuft quasi an Ihnen vorbei, ohne Sie innerlich richtig zu berühren.
Bei manchen Routineaufgaben ist dies sogar erwünscht. Viele Menschen tagträumen oder hängen Ihren Gedanken nach, während sie z.B. Staub saugen oder spazieren gehen.
Doch manchmal bringen wir uns auch um wichtige Erfahrungen, wenn wir nicht „bei der Sache sind“. So nehmen wir uns z.B. das belohnende Gefühl, das sich einstellt, wenn wir etwas Leckeres essen oder trinken. Und natürlich können wir dann auch nicht erleben, dass das Leben im Hier und Jetzt auch unsere Sorgen abbaut.

Wenn wir achtsam sind und den Augenblick bewusst erleben, können wir viel gewinnen. Und das Schöne ist: Wir können diese Fähigkeit trainieren.

Wollen Sie mehr darüber erfahren, dann finden Sie in meinen Artikel Wie Sie Ihr Leben bewusster leben viele interessante Informationen dazu.

Ich wünsche Ihnen viele bewusste und genussreiche Momente

Ihre Miss Psycho

Montag, 7. Mai 2012

Auf der Suche nach Geborgenheit

Hallo zusammen,
auf die Frage „Wie kann man wohl Geborgenheit darstellen?“, fallen mir ganz spontan die Bilder der Fotografin Anne Geddes ein.

Anne Geddes zeigt Säuglinge in allen Lebenslagen – in der großen Hand eines Erwachsenen kuschelnd, in einem Blütenblatt verborgen, in einem Kürbis sitzend, usw. Wahrscheinlich sind Sie diesen Bildern auch schon begegnet und waren davon ebenso wie ich gleichermaßen berührt und fasziniert.

Der Begriff Geborgenheit fällt meist in Verbindung mit Kindern. Es ist allgemein anerkannt, dass Kinder Geborgenheit, Sicherheit und die Bindung zu Menschen benötigen, um sich zu einem seelisch gesunden Menschen zu entwickeln.

Doch auch für uns als erwachsene Menschen ist Geborgenheit sehr wichtig.
Wenn wir uns geborgen fühlen, dann bedeutet dies, dass wir uns um nichts sorgen und um nichts kämpfen müssen. Wir können einfach loslassen, entspannen, vertrauen, uns sicher fühlen..... Es ist der Zustand, den ein Hund erlebt, wenn er sich auf den Rücken legt, uns seine Bauchseite zeigt und uns alle seine vier Pfoten entgegenstreckt.

Gewöhnlich verknüpfen wir das Gefühl von Geborgenheit mit der Gegenwart eines anderen Menschen. Doch können wir uns in Gegenwart eines anderen Menschen ebenso bedroht oder geborgen fühlen, wie wenn wir alleine sind. Geborgenheit ist ein Gefühl, das maßgeblich von uns selbst erzeugt wird. Haben wir bisher in unserem Leben mit anderen Menschen sehr schlechte Erfahrungen gemacht, dann begegnen wir anderen eher mit Misstrauen und können uns in ihrer Gegenwart nur schwer entspannen.

Wir können ganz bewusst etwas dafür tun, um das Gefühl von Geborgenheit in uns wachzurufen. In meinem Artikel Geborgenheit – ein erstrebenswertes Gefühl habe ich einige Strategien für Sie zusammengestellt.

Ich wünsche Ihnen ganz viele Momente, in denen Sie das wunderbare Gefühl der Geborgenheit verspüren können.

Ihre Miss Psycho

Mittwoch, 2. Mai 2012

Wir trennen uns nur vorübergehend

Hallo zusammen,
wenn ich den Satz zu hören bekomme: „Wir trennen uns nur vorübergehend“, dann kommen bei mir viele Zweifel auf. Zum einen lässt die Aussage hoffen, dass „alles wieder gut wird und beide Partner sich in der Partnerschaft wieder wohl fühlen können werden. Zum anderen stellt sich aber die Frage: Wie genau soll das passieren, dass die Partnerschaft wieder „heilt“?

Vergleichen wir die Partnerschaft einmal mit einer Krankheit, die uns ereilt. Um wieder zu gesunden, genügt es manchmal, sich einfach nur eine Weile ins Bett zu legen und von allen Aktivitäten zurückzuziehen. Unsere Abwehrkräfte können dann ungestört ihre Arbeit tun, neue Zellen können sich bilden, der Körper kann seine Heilarbeit verrichten. Manchmal benötigen wir aber auch Unterstützung von außen durch einen medizinischen Eingriff oder durch Medikamente. Manchmal müssen wir auch unser Verhalten langfristig grundlegend verändern, müssen z.B. unsere Ernährung umstellen oder für mehr Bewegung im Alltag sorgen.

Wenn eine Partnerschaft in Schieflage gerät, dann bedeutet dies, dass einer oder beide Partner den anderen nicht mehr lieben können und ihre Bedürfnisse nicht mehr erfüllt werden. Da es für die Partnerschaft keine eingebauten Selbstheilungskräfte gibt, wird eine vorübergehende Trennung auch nicht automatisch zur Verbesserung der Partnerschaft beitragen. Positiv kann sich jedoch auswirken, dass beide Partner erst einmal aus der gegenseitigen Schusslinie sind. Die täglichen Streitereien und Kränkungen hören erst einmal auf.

Um aber die Zeit der Trennung zu nutzen und auszuloten, ob die Partnerschaft noch eine Chance hat, müssen ganz klare Absprachen getroffen werden und beide Partner müssen an sich und der Partnerschaft arbeiten.

Wenn Sie sich im Augenblick über eine Auszeit aus der Partnerschaft Gedanken machen, dann schauen Sie einmal in meinen Artikel Trennung auf Probe.

Ich wünsche Ihnen eine Partnerschaft, in der Sie sich geborgen und wohlfühlen

Ihre Miss Psycho

Montag, 23. April 2012

Mein Partner sollte anders sein, als er ist


Hallo zusammen,

haben Sie auch nicht Ihren Traumprinzen oder Ihre Traumprinzessin abbekommen? Dann werden zumindest von Zeit zu Zeit von Ihnen Qualitäten wie Toleranz, Akzeptanz und Geduld verlangt – nämlich dann wenn Ihr Partner Dinge tut oder nicht tut, die Sie von ihm erwarten.

Und es ist gar nicht so einfach, diese Tugenden zu zeigen. Wir können zwar verstehen, dass jeder andere Mensch ebenso wie wir bedingungslos akzeptiert werden möchte, sind jedoch davon überzeugt, dass wir unserem Partner bestimmte Verhaltensweisen einfach nicht „durchgehen“ lassen können. Bestimmte Erwartungen, die wir an unseren Partner haben, wollen wir einfach nicht großzügig aufgeben, weil wir z.B. meinen, im Recht zu sein, dass uns bestimmte Dinge zustehen oder dass wir ohne sie nicht leben können.

Sind wir jedoch wirklich an einer harmonischen Partnerschaft interessiert, dann können und müssen wir unsere Geduld, Toleranz und Akzeptanz trainieren. Keine Angst, das soll natürlich nicht bedeuten, dass wir uns und unsere wichtigsten Ziele und Wertvorstellungen über Bord werfen sollten. Es geht vielmehr darin, die kleinen, alltäglichen Nörgeleien, mit denen wir uns und unserem Partner das Leben schwer machen, aufzugeben. Es gibt darum, uns nur noch dann aufzuregen und unsere Energie abzurufen, wenn es um wirklich wichtige Dinge geht.

Wollen Sie für Ihre Partnerschaft in Zukunft „Energie-Sparmaßnahmen“ ergreifen? Wollen Sie sich darin üben, Ihren Partner so zu nehmen, wie er ist?

Dann habe ich für Sie einige Strategien zum Thema Partner annehmen lernen zusammengestellt.

Ich wünsche Ihnen, dass es Ihnen gelingen mag, Ihrem Partner mit Liebe zu begegnen – auch wenn er nicht der perfekte Partner ist.


Ihre Miss Psycho